Eine Autoimmunkrankheit kommt selten allein.

hashiWillkommen in meinem Leben, Hashimoto. Immerhin klingst du schön. Nicht so gefährlich. Zumindest nicht so sehr wie Multiple Sklerose und den Werten nach zu urteilen, zwar aktiv, aber behandelbar. Nicht heilbar. Natürlich nicht. Wie könnte es. Aber früh erkannt. Dem Zellhaufen sei Dank. Nach dem Schock, dem Heulen, der Wut, der Traurigkeit, der Welle Energie, die ganz schnell wieder im Alltag verschwunden ist – hier bin ich. Immer noch. Mit MS. Mit Hashimoto. Schwanger. Läuft. Bekommen wir hin. Irgendwie.

Es ist wirklich anstrengend gerade, weil alles so viel Mut braucht, weil ich nicht mehr richtig feige war in letzter Zeit. In den letzten Jahren vielleicht. Womöglich im letzten Jahrzehnt. Ganz sicher bin ich mir nicht, aber ich hoffe sehr, dass ich an den ganzen guten Dingen meinen Anteil habe. Und dass ich die fiesen eh nicht verhindern kann. Daraus ziehe ich gerade meine Hoffnung, überstehe die nervenden Schmerzen und die andauernde Müdigkeit, buddel irgendwo Kraft aus für ein paar Worte, ein paar Sätze mehr. Solange das geht, reicht es auch für den Rest. Das Leben ist eben Veränderung. Die planen wir nicht, manchmal wollen wir die nicht. Oder wir planen und werden überrascht.

#Autorenwahnsinn – Woche 4

Das waren einunddreißig Tage, an denen noch ein Wecker mehr klingelte als sonst. Dabei klingeln in meinem Alltag wirklich viele Wecker. Es ist fast ein bisschen peinlich. Wann bin ich so alt geworden? Seit wann bin ich so abgelenkt, dass ich mich an alles erinnern lassen muss?
Das war die letzte Woche im #Autorenwahnsinn . Hier die Zusammenfassung.

Tag 24. Das Manuskript.
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Ich zeige euch das ausgedruckte Manuskript von Grenzen. Die erste ausgedruckte Version. Wer braucht schon Zeilenangaben. Und wer braucht schon – lassen wir das. Ich liebe es. Immer noch. Jeden Buchstaben. Auch, wenn ich es noch tausend Mal ändern werde.

Tag 25. Mein Bücherregal.
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Das ist das Bücherregal der ganzen Familie. Wir haben alle noch einzelne Fächer in verschiedenen Zimmern, in denen etwas besonderes steht, für die Arbeit, oder was aktuelles, fachbezogenes. Aber die beiden Großen sind der Sammelpunkt. Das meiste landet irgendwann da. Ein bisschen sortiert und immer wieder durchwühlt.

Tag 26. Autorenfreundschaft.
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Jetzt möchte ich euch Jenny Karpe vorstellen. Jen <3
Ich konnte nicht so richtig fassen, dass ich ihr Debüt betalesen durfte. Als Admin der Schreibnacht war sie schließlich Prominenz. Aber ich durfte, wir telefonierten, lernten uns kennen, trafen uns ein paar Mal und verbrachten eine ganze Buchmesse zusammen. Jen wurde meine Beta, Zockerfreundin, Chatkumpanin, Freundin. Abgesehen davon schreibt sie großartig und ich freue mich auf den zweiten Teil der Kontinente 🙂
Ihren Instagram-Account findet ihr hier.

Tag 27. Lieblingscover.
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Statt einem geplanten von mir – denn da gibt es gerade keins – zeige ich euch noch eins meiner liebsten Cover.
Pharos von Laura Labas. Der erste Teil der Reihe – und obwohl ich andauernd von ihr schwärme, hatte sie noch keinen Platz im Autorenwahnsinn. Welche Frevel!
Lauras Cover ist einfach und effektiv. Zeichen, Farbe, Schwarz. Fertig. Die ganze Reihe ist so. Und sie liest sich so toll, wie sie aussieht

Tag 28. Writing Buddies.
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Ein, zwei Sätze über die Chatadias. Das ist der Haufen wirrer Menschen, mit denen ich am liebsten schreibe. Sie sind manchmal ein bisschen bösartig, es fließt viel Blut, Kaffee und viel Rum. Aber sie sind auch warmherzig, tiefer als alle Ozeane und unfassbar ernst in ihrem Handwerk. Manche mehr, manche weniger 😉 Sie sind in Bewegung und es gibt Tage, da fühle ich mich ihrer gar nicht würdig. Aber dann sagen sie meistens etwas total Absurdes und ich fühle mich wieder wohl. Sie haben mich schon einige Bücher schreiben sehen, sie gelesen und sind immer noch am Start. Ich mag sie sehr. Ich bin sehr dankbar für diese Truppe. #Chatadias

Tag 29. Zeit für ein Zitat.
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Dieses Zitat fasst das Problem von ‚Grenzen‘ ganz gut zusammen. Es geht um Macht und Menschen und wann damit Schluss ist.

Tag 30. Autorenfreundschaft, die Zweite.
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Diesmal zeige ich euch den Account von Rosa. Ihr Account ist ziemlich inaktiv. Aber das darf er sein. Dafür schreibt sie viel. Schreib weiter

Tag 31. Wünsche für 2017.
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Der letzte Tag und die unausweichliche Frage. Was wünsche ich mir von diesem Jahr?
Ich lehne mich aus dem Fenster. Letztes Jahr um die Zeit hat meine Agentin mich unter Vertrag genommen. Und für dieses wünsche ich mir einen Verlag. Ganz einfach.

Das war’s. Und diese einunddreißig Tage reichen mir dann auch, vielen Dank 😀

#Autorenwahnsinn – Woche 3

Hi Crowd, dieses Mal pünktlich. Und ja, ich weiß, dass meine Zählung leicht wirr ist. Es gilt ja auch einunddreißig Tage auf vier Wochen aufzuteilen. Als das in Mathe dran war, fand ich Mathe noch interessant. Einunddreißig durch vier ist irgendwie… naja.

Tag 16. Das Notizbuch.
16-Notizbuch
Momentan schreibe ich vor allem am PC. Konzentriert. Doch morgens, wenn ich das Rauschen der Technik noch nicht haben möchte, noch die einzige Wache in meinen vier Wänden bin, nur die Kaffeemaschine leuchtet, dann schreibe ich oft hier hinein. Kleine Szenen, Kurzgeschichten, Notizen. Wild durcheinander. Es ist mein wildes Notizbuch. Ich habe es letztes Jahr zu Weihnachten bekommen von einem Wichtel, der sich nie offenbart hat.

Tag 17. Autorinnenerlebnis.
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Mein bestes Erlebnis als Schreibende – bisher – war die Lesung der 1000 Tode auf der Frankfurter Buchmesse 2016. Ich habe schon vor tausend Menschen den Titanic-Soundtrack gesungen, aber das da auf der #FBM16, das kam nah dran. Wir durften im Orbanism Space lesen, live, sonntags, am meistbesuchten Tag, direkt am Eingang der großen Halle. Ich habe so gezittert, mir ist fast das Mikro aus der Hand gefallen. Dafür blieb die Stimme fest. Es war großartig.

Tag 18. Das erste Manuskript.
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Ein Satz aus meinem ersten Manuskript. Sogar noch in ursprünglicher Form :3 Arthur und Samantha. Meine zwei Babys <3

Tag 19. Ein Blog.
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Es ist das erste Mal, dass ich die Alternative in der Challenge wählen muss, denn reine Bücherblogs lese ich nur selten und könnte mich nicht entscheiden, welchen ich empfehlen soll. Stattdessen zeige ich euch „Word up!“ von Nicole von Horst. Wir sind uns schon ein paar Mal begegnet und ich habe sie mal für den Toni Sender Preis vorgeschlagen. Ihr Blog ist literarisch, persönlich und mit Kind. Sie schreibt besonders. Ich mag die leichten Worte über die schweren Themen und die Schönheiten unserer Welt.
Sie schreibt außerdem für das kleinerdrei-Blog. Noch eine Empfehlung.

Tag 20. Instagram.
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Ich habe drei Instagram-Accounts für euch, die ich mir immer wieder ansehe – auch die alten Posts.
Das ist einmal die wunderbare @ponyhuetchen – eine ehemalige Kommilitonin, viel zu kurz – die uns Schönheit zeigt. Schönheit und Berlin. Wo ich mit Berlin doch immer wieder Schwierigkeiten habe.
Dann mein guter Freund @williffm – bei dem ich immer Fernweh bekomme, egal, ob er gerade Frankfurt oder die Welt zeigt. Alles daran ist echt. Ich liebe es.
Und Frau @pinkfisch_royal – von allen Seiten Bücher. Und so viel Pink, dass es fast wehtut. Fast. Ich habe jetzt schon ein paar Mal die Chance verpasst, sie persönlich kennenzulernen. Aber das wird noch. Oder? ODER???

Tag 21. Schreibmusik.
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Schreibmusik hängt von allem möglichen ab. Von der Tagesform. Vom Thema, vom Buch, von der Szene und dem, was ich erreichen will.
Momentan – zu Grenzen – höre ich besonders drei Interpreten immer wieder. Das ist zum einen Ludovico Einaudi, dann Explosions in the sky und – wie bereits bei Arthur und Samantha – 30 seconds to mars. Irgendwann packe ich sie zusammen und schicke Jared, Shannon und Tomi all die Bücher, die ich zu ihrer Musik geschrieben habe 😀
Da ich nicht alleine lebe, meine Familie oft im selben Haus, manchmal im selben Raum ist, während ich schreibe, höre ich Musik über Kopfhörer, schließe alles andere aus. Aber manchmal, wenn der Text allein schon laut genug ist, lasse ich sogar das weg, höre nur noch Atmen und Herzklopfen und das Tippen auf der Tastatur.

Tag 22. Accessoire.
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Ich hänge mich nicht gern an Dinge, das gilt auch für’s Schreiben, daher ist die Frage nach dem liebsten Schreibaccessoire schwierig zu beantworten.
Ich dachte an meine eigenen Zähne, denn ich kaue gern auf $Dingen rum während ich schreibe, aber eigentlich gefällt mir folgenden besser:
Platz. Als Teenager war das anders. Da habe ich auf dem Boden im ICE geschrieben, in den dunklen Schulhofecken, auf Klodeckeln und superschmalen Matratzen.
Mittlerweile fühle ich mich immer wieder alt und steif, möchte mich bewegen und es gleichzeitig bequem haben. Deswegen mag ich Platz.
Ich mag meinen Schreibtisch und mir regelmäßig einen Stuhl vom Esstisch zu stibitzen, dass die Couch nicht weit ist, der Teppich auf dem Fußboden, die Sitzsäcke und Bänke auf den vielen Wegen ums Haus. So muss ich meinen Körper nicht ewig beruhigen, sondern kann ihm einfach nachgeben und trotzdem weiter schreiben. Das mag er sehr.
Ob ihr Platz als Accessoire durchgehen lasst oder das zu bourgeoise ist, überlass ich euch.

Tag 23. Inspiration.
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Heute soll ich euch _irgendetwas_ zeigen, das mich inspiriert. Das wäre meine Soup, aber die ist schon wieder down D:
Aber es sind Bilder. Egal, ob auf Tumblr, Pinterest – ich finde sie. Immer irgendwo. Und im Zweifel zeichne ich sie auch selbst, dabei kann ich das gar nicht so gut.
Manchmal fotografiere ich. Wie hier.

Wir lesen uns in der nächsten – und in der letzten Woche. Wird auch Zeit. Ist nicht ganz unanstrengend, sich jeden Abend hinzusetzen und das zu machen, so neben allem anderen. <3

#Autorenwahnsinn – Woche 2

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Sehr geehrte Folks,
etwas verspätet: die Zusammenfassung der zweiten Woche. Hier habt ihr den Link zur Challenge, um die es geht. Und nun: Butter bei die Fische.

Tag 8. Die obligatorische Frage nach dem Lieblingsbuch.
8-Lieblingsbuch
Was für eine Frage. Harry Potter. Das war eine lose Sammlung aus Hörbüchern, gebundenen und Taschenbüchern, englischen und deutschen Versionen. Ich versuche nicht nostalgisch zu sein und habe sie alle weitergegeben. Dafür habe ich mir vom Abschiedsgutschein meines letzten Lohnjobs diesen Schuber besorgt.

Tag 9. Mein liebster Autor.

CC-BY-SA Kyle Cassidy

CC-BY-SA Kyle Cassidy

Der Autor, der mich am meisten inspiriert, ist Neil Gaiman. Wegen seiner Hungervögel.

Tag 10. Der Ort, an dem ich gern schreibe.
10-Lieblingsort
Mein liebster Ort zum Schreiben – und zum Überarbeiten – ist das lecker kaffee lindlar.
Verdammt guter Kuchen, liebevoll eingerichtet, tolle Menschen.

Tag 11. Eine Webseite.
11-Forum
Die besten Tipps bekomme ich in der Schreibnacht.
Ganz besonders in den kleinen Runden, meine Writing Buddies – ihr wisst, wer ihr seid <3
Hier habe ich die besten Betas gefunden und viele andere geniale Menschen mit Stürmen im Kopf.

Tag 12. Ein Zitat aus meinem aktuellen Manuskript.
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Dieser Teil von Grenzen ist noch düsterer. Noraii verliert den Halt. Vielleicht verliert die ganze Stadt ihren Halt.

Tag 13. Meine Entspannung.
13-Entspannung
Wenn ich viel geschrieben habe, muss ich viel schlafen – verarbeiten. Dafür brauche ich Ruhe und Dunkelheit.
Und am nächsten Morgen? Ab zum Sport!

Tag 14. Das letzte Buch, das ich gelesen habe.
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Als letztes fertig gelesen habe ich ein Kinderbuch.
Die Liebe zu Worten und Geschichten weiterzugeben ist nicht nur Zufall. Ich möchte ein Vorbild sein. Also lese ich vor und mit uns setze mich auseinander.
Außerdem sind Kinderbücher nicht einfach. Sie sind allzu deutlich.

Tag 15. Der beste Schreibratgeber.
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Da gibt es mindestens zwei, aber ich lege mich auf Stephen King fest. Weil er es so schön nebenbei tut, weil Schreiben zum Leben dazu gehört und nicht einfach nur irgendein Job ist. Stephen erzählt, wie er es angeht – und viel über sich selbst – und nicht, wie wir es machen sollen. Er gibt konkrete Ratschläge, teilt seine Erfahrungen, aber er macht keine Vorschriften.
Aus seinem Buch konnte ich sehr viel ziehen. Vor allem gegen die Angst zu versagen.

Die Hälfte der Challenge ist rum. Noch zwei Posts.

#Autorenwahnsinn – Woche 1

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Sehr geehrte Folks, ihr habt sicher von dieser Challenge von der Schreibwahnsinn-Webseite gehört. Autor*innen erzählen einunddreißig Tage am Stück von ihrer Arbeit.
Damit es mir auf meinen Instagram und Facebook-Accounts nicht verloren geht, fasse ich meine ganze persönliche Challenge hier zusammen. Und dann sehen wir ja am Ende, wie viel Mehrwert das hat :3

Tag 1. Ein Rückblick. Das Schreibjahr 2016.
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Im #Autorenwahnsinn ist das am ersten Tag meine Aufgabe. Zurückzusehen. Wer hätte das gedacht 😉
Es war einfach, etwas auszuwählen. Ein Foto von der Leipziger Buchmesse. Es war Samstag Abend, wir waren müde. Ein Haufen Schreibnachtmenschen hat sich auf den Boden gefläzt.
Die meisten von ihnen habe ich zum ersten oder zum zweiten Mal gesehen. Eine meiner liebsten Autorinnen, Laura Labas, ist mit im Bild. Teile vom Team, Juliana, Seb, meine Writing Buddies, Katy Grimes.
Das waren die paar Tage in einer fremden Stadt auf der Couch eines fremden Menschen. Mit vielen vielen Menschen, die mir kurz vorher noch fremd gewesen waren. Fühlt sich gut an, sich schnell so nah zu sein, weil man dieses Besondere teilt.
Die Leipziger Buchmesse war die Zeit, in der ich begriff, dass Schreiben ein soziales Event sein kann. Dass es das für mich von nun an immer sein muss.
Gemeinsam schreiben <3

Tag 2. Ein Satz aus dem aktuellen Projekt.
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„Sie hielt ihre Nase in den Schnee.“

Ich schreibe den zweiten Teil meiner Grenzen-Trilogie. Noch 100 Seiten, dann Teil 3. Wort für Wort liebe ich meine Protagonistin mehr. Der erste Satz dieses Buches zeigt unsere einzige Gemeinsamkeit: Wir lieben den Schnee. Ansonsten ist sie viel mutiger, viel stärker und viel schneller als ich. Sie hat zur richtigen Zeit Angst und prescht zur richtigen Zeit nach vorn.
Ich möchte dieses Jahr die ganze Trilogie zu Ende schreiben.

Tag 3. Die Inspiration zu dem aktuellen Projekt.

(Bild von ArenaNet)

(Bild von ArenaNet)

Die erste Inspiration zu Grenzen war er hier. Logan Thackeray, einer der Helden aus meinem Lieblingsspiel Guild Wars 2.
Ich habe eine Fanfiction geschrieben, über ihn, die Stadt Götterfels und neue Wege. In dieser Geschichte tauchte zum ersten Mal Noraii auf. Und Noraii lebt jetzt in ihrer eigenen Welt. In Grenzen.

Tag 4. Das Schreibgerät.
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Ich soll euch zeigen, an welchem Gerät ich schreibe. Das ist einfacher geworden, denn seit zwei Jahren arbeite ich in erster Linie am Schreibtisch mit dem Desktop-PC.
Und ja, an guten Tagen sieht meine Ecke tatsächlich so aus. Ich habe es gerne ordentlich.

Tag 5. Das Schreibprogramm.
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Was Textverarbeitung angeht, bin ich von einem Büro geprägt, in dem das „wie“ oft genau so wichtig war wie das „was“.
Damals haben wir uns für offene Standards entschieden und ich mich damit gegen Word. Seitdem arbeite ich mit Open und Libre Office und komme bestens damit klar.

Tag 6. Was wir unbedingt zum Schreiben brauchen.
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Beim Schreiben brauche ich meinen Kopf und meine Finger. Alles andere ändert sich.
Einen großen Teil von Arthur und Samantha habe ich mit Kaffee geschrieben und in der Straßenbahn. Zu 1000 Gesichter habe ich kiloweise Schokolade verdrückt und jetzt bei Grenzen trinke ich vor allem Tee.
Ob Notizbuch, Tablet oder PC. Ob mit Medikamenten, todmüde oder halb abgelenkt. Ich brauche meinen Kopf und meine Finger. Das war’s.

Tag 7. Social Media Präsenz.
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In diesem Teil der Challenge sollen wir unsere Social Media Präsenzen zeigen. Das ist ziemlich unsinnig auf der eigenen Webseite. Ihr wisst ja, dass ihr hier findet, wo ich mich sonst herumtreibe.

Das war Woche Nr. 1. Die nächste Zusammenfassung wird am 15. oder 16. Januar kommen. Bis dahin: Schreibt!

Lies!

Weil Lesen zum Schreiben gehört, überlegen sich nicht nur Buchblogger*innen, was dieses Jahr so gelesen werden muss. Die Schreibenden sollten das auch tun. Also mach‘ ich das.
Ich möchte es möglichst einfach halten und das zu Ende lesen, was angefangen war und endlich anfangen, was schon lange ansteht.

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1 Der Winter der schwarzen Rosen von Nina Blazon
Es wurde mir von allen Seiten empfohlen. Meistens brauche ich eine Weile, um in solche Bücher einzusteigen. Womöglich erwarte ich zu viel. Doch das ist in Ordnung. Bisher wurde ich so selten enttäuscht.

2 Die Zukunft ist meine Freundin von Malu Dreyer
Ich bin schon anderthalb Jahre raus aus der aktiven Parteienpolitik. Das macht dieses Buch schwer. Doch Malu, die Ministerpräsidentin mit MS, sagt so viel Gutes. Ich muss es ganz lesen.

3 Dezemberfieber von Frank O Rudkoffsky
Ich habe Frank kennengelernt und ihn lesen gehört. Sein Text ist nicht einfach, weil es das Thema nicht ist und so nehme ich hin, dass ich eine Weile dafür brauche. Gerade jetzt, wo es mir so blendend geht, und ich mich eigentlich gar nicht mit Depressionen befassen möchte. Sein Buch tut weh. Ich muss es beenden.

4 Alle Namen von José Saramago
Dieser Text liegt mir im Magen wie Kafkas Prozeß es schon getan hat. Ich weiß nicht, warum ich es gekauft habe. Es lag dort, unschuldig, im Grabbeltisch der Gallus-Bibliothek und schrie nach mir. Also gut, ich wage es erneut.

5 Sea of Sorrows von von Ree Soesbee
Der dritte Teil der Geschichte. Ich habe damit aufgehört, weil ich den Reader leid war. Dieses Jahr hoffe ich, dass mir jemand die Taschenbuchversion schenkt oder ich es mir irgendwo leihen kann. Denn die Bücher zu Guild Wars waren bisher alle der Wahnsinn.

6 Creative Crowds von Vera Cuntz-Leng
Ein Sammelband herausgegeben von einer der ersten Forscherinnen zu deutschsprachiger Fankunst. Fanart, Fanfiction. Es ist ein so wichtiges Buch und ich habe es bisher nicht über die ersten paar Aufsätze geschafft, weil es eher ein Durcharbeiten als ein Lesen ist. So viel Neues zu lernen!

7 The Art of Asking von Amanda Palmer
Ich bekam es sofort, sogar signiert, direkt aus Amandas Lieblingsbuchladen. Ich liebe Amanda, aber es lag nie ganz oben auf dem Stapel ungelesener Bücher. Dabei ist es ach so schön.

8 Weil ein Aufschrei nicht reicht von Anne Wizorek
Den #Aufschrei habe ich als ziemlich nah erlebt, als stärkend, als laut, als wichtig. Das Buch fliegt schon ewig bei mir rum, ich glaube, als eBook. Nur Lesen muss ich es. Und so wie ich Anne, ihre Texte und ihre Vorträge erlebt habe, wird das Lesen so nah wie der Hashtag und sehr bereichernd.

9 Stadt aus Trug und Schatten von Mechthild Gläser
Es ist eins dieser Bücher, deren Cover mich in der Bibliothek angelächelt haben. Beim Klappentext dann hielt ich den Atem an. Es gibt einen Marian. Wie mein Marian. Ich muss es lesen. Unbedingt. Schnell, bevor die Ausleihfrist abläuft.

10 Ein Käfig aus Rache und Blut von Laura Labas
Eigentlich habe ich ein Problem mit Reihen, die nicht abgeschlossen sind. Ich hasse es zu warten. Doch Laura gehört seit Pharos zu meinen Lieblingsautorinnen. Sie hat mich umgehauen. Ich hoffe, nach der fünfbändigen Reihe um die Unwandelbaren schafft sie das jetzt wieder.

Keine Liste ohne Harry Potter

11 Das verwunschene Kind von J.K. Rowling
Trotz der Angst, was es mit der wichtigsten Geschichte macht, die ich je gelesen habe. Womöglich sollte ich weniger pathetisch rangehen. Schließlich kann ein Buch heute nicht das Gefühl von gestern ändern. Es kann nur die Sicht ändern, und wenn das Gefühl verschwindet, war es ohnehin nicht für immer gedacht.

Und nun? Lesen wir. Lesen und schreiben wir und geben unser Herzblut in die Worte.

Das Übliche.

Am Ende jeden Jahres werde ich rastlos und ruhig zugleich. Es ist die Zeit, in der ich mir ansehe, was denn alles so passiert ist, in den letzten Tagen, Monaten. Manchmal sehe ich Jahre zurück. Und ich überlege, was noch passieren kann, ob es einen Schnitt gibt, einen Punkt, an dem man -weiter- sagt. Und während ich noch schaue, geht es weiter, ganz von allein, nur, weil ich mich nicht wehre.

Über 2016 kann man vieles sagen. Dass es besorgt zum Beispiel und dass wir nur noch stehen, weil wir unverbesserliche Optimisten sind. Ich möchte das sein, eine Optimistin, die niemals das Schlechte aufzeigt, ohne nicht auch Gutes zu zelebrieren. Und die nie ganz hinter dem eigenen Vorhang verschwindet, ihn aber auch nicht mehr vergisst, so wie damals.
Die Dinge gehen schnell. Schon seit Jahren rasen sie, ohne dass ich diese Jahre bemerkt habe. Vielleicht ist das so als Mutter oder wenn man Ende Zwanzig ist. Oder beides.

Dieses Jahr fühlt sich an wie ein alter Freund, der mir auf die Schulter klopft. Als hätten wir eine schwere Zeit hinter uns gebracht, wie eine Versöhnung, auf Raten und ohne jemals ein Ende zu finden. Es gibt einen Kuss, und dieses tiefe Verständnis, das man nicht oft hat. Es gibt Liebe und das Wissen darum, dass wir uns eben doch nur vor die Stirn gucken.
In diesem Jahr habe ich eine Wanderung begonnen, die lange geplant war, vor der ich Angst hatte. Das Durchhalten, das jetzt kommt, wird viel schwerer. Aber das kenne ich schon, sei es auch lange her.

2016 war eine Wanderung mit Ziel. Ist eine Wanderung, immer noch, und ich wage nicht ganz anzuerkennen, dass es auch von Glück abhängt, ob ich mein Ziel erreiche. Ankommen steht ohnehin nicht zur Debatte. Und was sind schon Ziele, was Träume, was Schicksal?

Man könnte sagen, ich habe das ganze Jahr nur mit mir selbst verbracht und mit dem, was unfraglich zu mir gehört. Mit der Familie. Mit Text. Und mit meinem Körper.
All das ist ganz und gar nicht üblich. Dieses Leben in dem Rhythmus, den mir meine physische Besonderheit aufzwingt. Und die meisten Rhythmen ändern sich noch immer, immer noch in der Anpassung. Ich muss erst rausfinden, wie das auf Dauer läuft und weiß genau, selbst Gewohnheiten werden nicht lange vorhalten. Sei es wegen der Medikamente, der Therapien oder der Krankheit selbst. Ich habe den Umgang mit meiner Multiplen Sklerose wieder angepasst. Sie braucht Zeit, die MS. Also nehme ich mir diese Zeit.
Nicht einmal das Schreiben ist üblich. Nicht in den Massen, nicht mit der Ernsthaftigkeit. Es war doch gerade erst, dass ich mich entschied, nur noch das zu tun, oder? Zu Schreiben. Ganz.
Und so eine Familie – das wissen alle, die sich um ein Kind kümmern – die ist nie üblich. Jeden Tag anders, jeden Tag füllt sie voll aus. Und neben diesen voll ausgefüllten Tag noch alles andere zu tun, das ist längst keine Herausforderung mehr. Das war es nicht in meiner Jugend, das war es nicht im Studium, im Job, in der Politik. Erst das macht mich fähig. Das Funktionieren. Das Aufgehen. Das Gefühl. Denn was ich tun muss, schreiben, das steht nie nur für sich selbst. Es ist immer dazwischen, es gehört immer ins Drumherum.
Also ist das in Ordnung, das Rasten, das Wandern, sogar die MS ist in Ordnung.

Alles kommt in Ordnung.

Für euch.

Es ist diese Frage, die immer wieder auftaucht. Die Frage, für wen. Oder gar wofür.
In den schwierigen Zeiten klingt sie trotzig und nach Aufgeben: Wozu das alles?
Warum sollte ich, warum muss ich? Dieses Buch beenden, diesen Satz schreiben, dieses Wort. Ist das meine Pflicht? Ist das der Traum?
Ich meine _der_ Traum, so wie Barney Stinson ihn benennt.

Und wenn er es ist, das stetige Sitzen, entgegen der Schmerzen im Rücken und den eingeschlafenen Händen, der Nagelbettentzündung, immer wieder neue Pflaster, weil es das Tippen nicht aushält. Wenn es das ist, wenn ich muss, weil ich gar nicht anders kann, dann bleibt das wie.
Das wie frisst das für wen nicht auf, obwohl der Mund groß genug wäre. Einfach runterschlucken. Tief in den Schlund, nie wieder zurück. Doch die Frage steht da, stoisch, undurchdringlich. Sie wird gestellt, ich stelle sie selbst, jeden Tag, jedes Wort aufs Neue.
Für wen schreibst du, Kia, weißt du das überhaupt?
Wem willst du damit etwas sagen und sag jetzt bloß nicht, allen.

Ist es das gebrochene Verhältnis zur Mutter? Schreibst du erst, seit es endlich still ist zwischen euch? Schreibst du erst, seit du selbst Mutter bist? Nein, nicht die paar Worte, die paar Gedichte, von damals, sondern immer und ganz und zu Ende. Ist es die Freiheit? Ist es Zeit? Ist es, jemand eigenes zu sein?
Oder ist es mehr? Sind es all die Menschen, die immer wieder gesagt haben, das ginge nicht? Deren Wahrheit deinem Leben so vollumfänglich widerspricht? Du kannst das nicht, das ist naiv, das schafft niemand, es hat nicht einmal etwas mit dir zu tun.
Wovon willst du leben?

Doch die Frage lautet nicht wovon, sie lautet wofür. Schreibst du für Geld, obwohl du weißt, dass da nicht viel kommen kann?
Oder für jemanden? Für wen?
Für wen schreibst du, Kia? Für dich selbst oder für die anderen?
So klingt sie wieder falsch, die Frage. Die Grenze zu ziehen, zwischen euch und mir, ist falsch. Die Antwort liegt doch schon dazwischen. In Verständnis, in den richtigen Worten.
Richtige Worte anstatt einer falschen Frage.

Wenn ich schreibe, schreibe ich. Die Stimme in meinem Hinterkopf, manchmal zu hören und viel öfter schweigend, korrigiert meine Worte zu anderen, zu denen, die ihr versteht. Ich muss doch nicht nur schreiben. Es kann keine Pflicht sein fünfzigtausend Mal ein Wort hinter das andere zu setzen ohne den Sinn, ohne Grammatik, nur Copy-Paste, fünfzigtausend Mal und und und und und und und.
Das ist es nicht. Es müssen Sätze werden, Absätze, Seiten, Geschichten. Erst das macht Text, nicht wahr? Schreiben und gelesen werden. Erst von mir, dann von dir, dann von mehr.
Die Grundlage ist das erste Mal, die ersten Worte, egal, ob sich hinterher herausstellt, dass es die falschen waren. Die ersten Worte müssen raus, die Gedanken in irgendeine Form gepresst werden. Danach können wir feilen, gerne gemeinsam, herausfinden, was ich ändern muss, damit es ankommt, wie es soll.
Die verrückte Muse, nachts und die schmerzenden Hände, tags. Sie sind da, die Disziplin und die Schreibwut. Und wenn sie ganz auf die Welt gekommen sind, blutig, verrotzt, müde. Dann feilen wir.
Immer mit der Frage. Für wen eigentlich? Für mich, weil ich muss? Für euch, weil ihr unbedingt verstehen müsst?

Ich schreibe. Für alle. Nicht für jeden einzelnen, aber für jeden, der möchte. Nicht bewusst möchte, sondern verstehen möchte. Ich schreibe jeden Tag. Fast. So wie fast alles verständlich werden kann.
Für mich, für euch, für den Text und was er sagen kann.
Für jetzt. Für damals. Für dann.

Bilder von meinem Körper.

Es ist immer noch Schreibmonat und ich bin immer noch im Zeitplan, um in diesem November 50.000 Wörter ins Dokument zu hauen. Eigentlich ist alles beim Alten, trotzdem hat sich in den letzten sieben Tagen einiges getan.

Ich habe zum Beispiel den Lehrer wiedergesehen, der schon früh ein Freund geworden ist, der mich zum Schreiben drängte und mich auf den Wettbewerb hinwies, den ich dann gewann. Das war eine faszinierende Begegnung, nach all der Zeit. Und er hat mich an das Wort erinnert, das auf den Nanowrimo so gut passt. Wortkotze. Es ist keine Erfindung von mir. Ich habe es nur aufgeschnappt, als Jugendliche, in irgendeiner Runde. Mit den Mädchen, die ich heute kaum noch sehe.
Wortkotze. Wenn man jeden Tag viel schreiben will, ist sie die beste Vorgehensweise. Zumindest für mich. Einfach auf das Papier reiern, egal, ob noch etwas nachkommt oder nicht. Immer weiter. Jeden Gedanken. Bis das Buch fertig ist.

Außerdem habe ich zwei der letzten sieben Tage im MRT verbracht. Natürlich nicht die ganzen Tage, aber doch genug, um für den Rest des Tages wie gelähmt zu sein. Die Röhre ist nicht besonders angenehm für mich. Ich war schon auf der Hinfahrt wie ferngesteuert. Und doch, mit jedem Mal wird es besser. Als MS-Patientin muss ich ein bis zweimal im Jahr kontrollieren lassen, wie es in meinem Gehirn und meinem Rückenmark aussieht.
Während ich dort drin bin – bei der Wirbelsäule war das dieses Mal über eine Stunde – zwinge ich mich zur Konzentration. Das laute Rattern unterbricht meine Gedanken immer wieder, doch trotzdem konnte ich an Grenzen denken. Die Geschichte, die ich gerade schreibe, braucht viel Aufmerksamkeit. Im MRT blieb mir keine anderen Wahl, als mich voll und ganz mit etwas zu beschäftigen. Es wurde dieses Buch. Und diese zwei Tage, die ich dafür hatte, haben einiges am Buch bewirkt.
Nebenbei hieß das, ich weiß jetzt, dass meine MS seit anderthalb Jahren ganz ruhig ist. Es gab keine neuen Läsionen. Die alten sind vernarbt. Das ist eine gute Nachricht.
Dafür weiß ich aber jetzt auch, was für die Schmerzen in den letzten sechs Monaten verantwortlich war: Ein Bandscheibenvorfall. Und zwar nicht irgendeiner. Die Ärzte, die ihn gesehen haben, das schwarze Loch in meinem Rücken, fragten mich als erstes, wieso ich noch stehe. Nun, das ist mir ja bereits passiert. Bei meinem ersten Schub waren sie ebenfalls überrascht, dass ich auf meinen eigenen Füßen in die Notaufnahme ging. Vielleicht hält mein Körper mehr aus, als er sollte. Vielleicht ist das mit ein Grund, dass dieser Vorfall lange nicht erkannt wurde.
In jedem Fall ist es ein grundsätzliches Problem, dass manche Ärzt*innen jedwede Neuigkeit auf die chronische Krankheit schieben und nicht einmal eine symptomatische Behandlung angehen. Diese Menschen kann ich nicht ändern. Ich suche mir andere. Bisher klappt das halbwegs.

Diese Veränderungen und die Gedanken dazu bringen mich zurück zu 1000 Gesichter. Ich möchte dieses Buch wirklich veröffentlichen, aber nicht so gern selbst. Lieber wäre mir ein Verlag, der mir einen Teil der organisatorischen Arbeit abnimmt und bereits einen Fuß in der so berühmten Tür hat. Doch was ich dafür tun kann, habe ich bereits getan. Es heißt immer noch warten. Bis dahin schreibe ich weiter. Denn was kann ich anderes tun als zu schreiben.

Der Monat des Schreibens.

Es ist NaNoWriMo. National Novel Writing Month. Fünfzigtausend Wörter in einem Monat. Ein kleiner Roman. Und bislang läuft es gut.
Gestern habe ich das fünfundzwanzigtausenste Wort geschrieben. Die Hälfte ist geschafft. Was ist in dieser Zeit passiert, diesen angestrengten und euphorischen fünfzehn Tagen?

nanowrimo2016

Arthur und Samantha ist zu Ende. Zumindest in Rohfassung. Aus dem einen sind zwei Bücher geworden und die Geschichte hat einen Schluss. Sie fehlen mir jetzt schon, Sam, Arthur, Rafa, sogar Laris..
Gleichzeitig bekam ich die Unterlagen vom Amtsgericht wegen der Insolvenz von Monsenstein und Vannerdat. Die waren meine Distributoren und einiges mehr, haben den Satz, das Lektorat und das Design für mich gemacht und eben nicht zuletzt: AS verkauft. MV hatte den Vertrieb übernommen und nun ist das Buch nicht mehr verfügbar.
Genau fünfzehn Exemplare habe ich noch hier, zum Autorenpreis gekauft, und könnte sie günstig weitergeben. Restbestände. Dieses Buch wird es so nicht mehr geben.
Ich möchte Teil eins und zwei in einem eigenen herausgeben, zusammen, so, wie sie gehören und mit viel mehr Erfahrung, was das Selbstverlegen betrifft. Aber wer weiß, vielleicht findet sich ja doch noch ein Verlag, der das probieren möchte: eine freie Lizenz.
Bis dahin muss ohnehin viel passieren. Das Hörbuch liegt immer noch ungeschnitten auf meiner Festplatte. Ich müsste anfangen. Aber anzufangen ist schwierig, wenn es nicht gerade ums Schreiben selbst geht. Es ist nicht Text, es ist Technik und ich muss mich noch überwinden.

Noch ist November und ich muss gar nicht viel tun außer zu schreiben.
Nachdem AS abgeschlossen ist, nehme ich mir eine weitere Geschichte vor, die bereits einen fertigen Teil hat: Grenzen. Drei Teile werden es und mit den ersten paar tausend Worten von Teil zwei habe ich nun die Stimmung fest gezurrt und mich in einer ganz besonderen Hinsicht entschieden:
Wieso sollte ich anders werden.
Ja, genau, das ist keine Frage. Denn ich weiß es schon. Es gibt keinen Grund. Ich dachte nur einmal, es gäbe einen.
Als nach der Veröffentlichung von Arthur und Samantha zu viele Menschen auf mich zukamen, um mir zu sagen, dass sie keine Fantasy-Geschichten lesen. Vielleicht sahen sie mich bei Suhrkamp. Nichts gegen Suhrkamp, aber Arthur und Samantha passen wohl kaum in deren Programm. Ich mag die Ideen, die fantastische Welten uns geben. Ich mag Magie und Dämonen und neue Wege. Und so wie ich mein Leben führe, passt es doch ganz gut zu mir, dieses nicht-normale. Schriftstellerin sein an sich hat schon etwas mit Magie zu tun. Wenn man nicht glaubt, dass man es kann, kann man es fast schon vergessen.
Also ist Grenzen wieder zu dem geworden, was es ursprünglich einmal war: Eine fantastische Geschichte. Es fiel mir nicht schwer, die alten Szenen wieder einzubauen. Es war sogar eine Erleichterung. Ich fühle mich wieder wie ich selbst.

Mit diesem Gefühl mache ich nun weiter. Auf noch einmal fünfundzwanzigtausend Wörter.

Go.